Oman
... ein Land der Kontraste!
Oman, auch das ”vergessene
Sultanat” oder der ”Gewürzstaat” genannt, präsentiert sich dem Besucher als
ein Land voller Gegensätze.
Trotz seiner 12000
Jahre alten Zivilisation war dieses Land bis vor nicht allzu langer Zeit westlichen
Besuchern gänzlich verschlossen.
Versunken in seinen
Geheimnissen und Legenden hat sich Oman bis zum heutigen Tag viel von seiner
arabischen Kultur erhalten können.
Die Strömungen der
Geschichte haben das Sultanat mit einem stolzen und beneidenswerten Erbe ausgestattet.
Während seiner langen und wechselvollen Geschichte ist der Oman immer ein
unabhängiges Land geblieben.
Vergeblich versuchten
die Portugiesen und Perser den Oman zu beherrschen. Es gelang den Eindringlingen
jedoch nur vorübergehend, kleinere Niederlassungen an der Küste zu gründen,
bevor sie schließlich wieder vertrieben wurden.
Über 500 Festungen
- einige davon stammen aus dem 14. Jahrhundert - sind über das ganze Land
verstreut.
Einige dieser baulichen
Wunder sind von der UNESCO als Wahrzeichen architektonischen Welterbes anerkannt
worden. Besonders die Ruinen von Rustaq, wo die Zeit still zu stehen scheint,
oder Ubar ”die verlorene Stadt aus "1001 Nacht”, die Fundstücke einer 5000
Jahre alten Kultur beherbergt, sind einen Besuch wert.
Dank Omans reicher
Seefahrertradition ist der Schiffsbau ein traditionelles Handwerk, das bis
heute betrieben wird. Doch nicht nur auf diesem Sektor sind die Omanis wahre
Künstler. In der Weberei, Töpferei, der Holzschnitzerei und beim Silberschmuck
stellen sie Handarbeiten in höchster Qualität her.
Der Kontrastreichtum
der herrlichen Landschaft und des Klimas machen Oman zu einem Paradies für
Naturliebhaber. Von den Schatten des Hajargebirges im Osten bis zu den üppigen,
grünen Landstrichen der Dhofar Region im Süden und von Salalah, der Gartenstadt
auf der arabischen Halbinsel bis zu Sumhuram-Khorrouri, der Niederlassung
des Weihrauchhandels, macht Oman seinem Namen als ”zauberhaftes Königreich”
alle Ehre.
Zu beachten ist
im Oman vor allem, daß der Schutz der Flora und Fauna eine bedeutende Stellung
einnimmt, denn hier wird der Naturschutz als nationale Aufgabe angesehen.
Schon bei Ankunft im Oman werden Sie bemerken, welch hohen Wert der Respekt
vor der Natur besitzt. Mensch und Natur leben hier weitgehend in Harmonie
miteinander. Sie erleben eine einzigartige Landschaft und werden Oman als
eines der faszinierendsten Länder entdecken.
1. Landschaftliche Regionen im Oman
1.1. Ausgangspunkt ist Muskat
Die Stadt Muskat, ehemals ein blühender und strategisch wichtiger Hafen der arabischen Halbinsel, geriet Anfang des 20. Jahrhunderts fast in Vergessenheit.
Heute ist es die Hauptstadt des Sultanats und hat seinen alten Ruhm wiedererlangt. Muskats malerische alte Bauten harmonieren mit modernsten Geschäfts- und Wohngebäuden und vermitteln dem Besucher eine interessante Mischung aus historischem Charme und modernem Stadtleben. Zwei eindrucksvolle Forts tragen zur besonderen Atmosphäre Muskats bei. Die Forts Jalali und Mirrani, die im 17. Jh. von den Portugiesen erbaut wurden laden ebenso zu einem Spaziergang ein, wie der traditionelle Souk von Muttrah, das ganz in der Nähe liegt. Wunderschöne Parkanlagen, zahlreiche Kinderspielplätze und die einsamen Strände Al Bustan, Al Qurum oder Qantab machen Muskat zu einem Paradies für alle Besucher.
1.2. Das Landesinnere “Interior”
Die Gegend, die sich unterhalb
des Jebel Akhdar Gebirges im Norden des Sultanats erstreckt, wird kurz als
Interior bezeichnet.
Die Oasenstadt Nizwa,
früher die Hauptstadt Omans, ist mit seinen historischen Gebäuden und dem
von Imam Sultan Bin Saif 1668 erbauten Fort, ein wichtiger Anziehungspunkt
für Touristen. Im Stadtgebiet stößt man immer wieder auf das traditionelle
Bewässerungssystem des ”Falaj” - hier als ”Falaj Daris” bezeichnet.
Im Souk Nizwas werden
ausgesuchte Kupferwaren, fein gearbeiteter Silberschmuck, Datteln und bisweilen
auch Ziegen in alter Tradition feil geboten.
Auf der Strecke
zwischen Nizwa und Muskat liegt das Örtchen Fanja, daß für seine Teppichwebereien
berühmt ist.
In Bahla, 35 km
westlich von Nizwa, spürt man den traditionellen Charakter dieser omanischen
Stadt. Eine 12 km lange Mauer windet sich um das alte Fort und schützt ebenso
die Stadt wie die reichen Palmenplantagen. Das Fort soll aus vorislamischer
Zeit stammen und steht auf der UNESCO-Liste für “Internationalen Denkmalschutz”.
Bahla ist bekannt
für seine Töpfereien und das wunderschöne Fort Jabrin, das 1670 von Imam Bal
Arab bin Sultan als Palast erbaut wurde. Drinnen beeindrucken herrliche Deckenmalereien;
außen spiegelt die Bauweise und im Innern, die an Wänden verewigte Dichtkunst
die Kultur der Vergangenheit wider.
1.3. Die Sharqiya Region
Am östlichen Ende des
Jebel Al Hajar Gebirges werden weite Sandebenen von zahlreichen Wadis durchkreuzt.
Südlich davon erstreckt sich die Wahiba Wüste; das Jaalan Gebirge grenzt an
die südöstliche Seite.
Die historische
Hafenstadt Sur ist nach wie vor die wichtigste Ansiedlung dieser Gegend. Der
Fischfang ist hier beheimatet, ebenso die omanische Handwerkskunst des Schiffsbau.
Von hier sind es
nur 15 km bis zur alten Bibi Mariam Moschee in Qalhat. Bemerkenswert zwischen
Muskat und Sur ist das Örtchen Al Mudairib, geprägt von besonders interessanten
alten Gebäuden, deren Bauweise sich über Jahrhunderte nicht geändert hat.
Aktives Geschäftszentrum
der Umgebung ist für die Bewohner das Städtchen Ibra, 180 km von Muskat entfernt.
Im Umkreis befinden sich zahlreiche historische Forts und Moscheen, die zu
Ausflügen einladen.
1.4. Die Al Batina Region
Ein Besuch in dieser
Küstenregion mit ihrer Fülle von fruchtbaren Grünflächen ist eine willkommene
Abwechslung zu den anderen Teilen des Sultanats.
Die ruhige alte
Küstenstadt Sohar war früher ein wichtiger islamischer Seehafen. Eine Sehenswürdigkeit
ist hier das im 17. Jh. von Imam Nasser bin Murshid Al Yaarabi errichtete
Fort.
Hier liegt auch
die Stadt Barka, bekannt für ihre traditionellen Webereien und auch für die
spektakulären und abenteuerlichen, aber unblutigen Stierkämpfe. Mitten in
einer grünen Oase liegt die alte Stadt Rustaq, umgeben von üppigem Pflanzenwuchs
und malerischen Wadis, gespeist von den nicht versiegenden Quellen von Al
Kasfa.
In Rustaq steht
ein weiteres prunkvolles Fort; seine Geschichte geht zurück bis zur Sassanid
Ära. Architekturbegeisterte sollten sich Zeit nehmen für die Al Hazm Festung,
die 1708 von Imam Sultan bin Saif II erbaut wurde.
1.5. Die Al Dhahira Region
Die vier wichtigen Städte
im Norden des Sultanats sind Buraimi, Ibri, Yanqul und Danak. Buraimi war
früher eine ruhige ländliche Stadt.
Heute wird sie von
neuzeitlichen Einrichtungen aus der Nachbarstadt Al Ain überflutet, einem
modernen Ferienziel in den Vereinigten Arabischen Emiraten.
Unberührt von den
Veränderungen wacht das alte Fort über Buraimi. Üppige Vegetation und Frischwasserteiche
prägen die Oase von Ibri.
Ihren Lebensunterhalt
verdienen die Bewohner in der Textilindustrie und der Fertigung von Wasserbehältern
aus Kamelhäuten.
Archäologen haben
in der Umgebung von Bat ein altes Gräberfeld entdeckt, das aus der Zeit um
4000 v. Chr. stammen soll.
Das Dorf Al Sulaif
mit seinen traditionellen Häusern und das ”Geheime Land”, die Al Ghabi Region
im Bezirk Al Iraqi gehören ebenfalls zur Al Dhahira Region.
1.6. Die Zentral - Region
In der Mitte des Sultanats,
angrenzend an Saudi Arabien im Westen, liegt ein Wüsten ähnliches Land.
Diverse wilde Rinderarten,
Gazellen und die elegante Oryx-Antilope sind hier beheimatet. Nomadenstämme
bevölkern dieses Gebiet und bestreiten ihren Lebensunterhalt aus der Viehzucht
und dem Fischfang, entlang der 400 km langen Küste am Arabischen Meer.
Der bedeutendste
Bezirk ist Haima. Eine der weiteren Attraktionen des Küstengebietes Al Ghazir
sind Wildvögel und Flamingos.
1.7. Der Regierungsbezirk Dhofar
Am südlichen Ende Omans,
entlang des arabischen Meeres liegt die Dhofar Region. Sie umfaßt ein Drittel
der Gesamtfläche des Sultanats.
Die Dhofar Region
ist bekannt für ihr mildes Klima; in den Bergen regnet es jährlich von Juni
bis September.
Die Gartenstadt
Salalah ist die Sommerhauptstadt des Sultanats, obendrein ein wichtiges Touristenzentrum
und bedeutendste Stadt der Region.
Die üppigen Kokosplantagen
reichen bis ans Wasser. Die herbe Schönheit der fruchtbaren Ebenen, die Frischwasserquellen,
der geschäftige Souk und die einmalige Landschaft hinterlassen unvergeßliche
Eindrücke bei allen Reisenden.
Die Bergvölker Dhofars,
die “Jebalis”, erwirtschafteten Jahrhunderte lang ihren Reichtum durch den
Weihrauchhandel mit fernen Ländern wie Ägypten, Mesopotamien, Griechenland
und Rom. Erwähnenswert ist auch die Stadt Raysut mit ihren goldenen Sandstränden.
Die Stadt Taqa,
ein Fischerstädtchen, bekannt für seine Sardinen, liegt 35 km von Salalah
entfernt.
In einer Bucht bei
Khori Rori, etwa 3 km von Taqa entfernt, stehen die Ruinen eines Palastes
der legendären Königin von Saba. Oberhalb davon findet man die Reste eines
alten Tempels, der im 2. Jh. v. Chr. dem Mondgott geweiht gewesen sein soll,
sowie die Ruinen der Stadt Samaharam.
Noch heute handelt
man in der Stadt Mirbat mit Weihrauch; die Stadt ist auch der Ausgangspunkt
der Karawanenstraße nach Syrien und Irak über den Jemen.
1.8. Der Regierungsbezirk Musandam
Am nördlichen Ende des
Sultanats liegt die Region Musandam, die hineinragt in die Straße von Hormuz.
Musandam wird durch
einen Teil der Vereinigten Arabischen Emirate vom Rest des Landes getrennt,
ist jedoch auf dem Landweg und mit Fluglinien, die durch die “Oman Aviation
Authority” organisiert sind, erreichbar.
Die Stadt Khasab
mit ihren Dattelplantagen und dem Fort aus dem 17. Jh. ist die bedeutendste
Stadt des Bezirkes.
Sehenswert ist auch
die Küstenstadt Bukha.

|
Oman-Info
|